Verabschiedungen zum Schuljahresende

Mit dem Ende des Schuljahres hieß es am Gymnasium „Am Lindenberg“ gleich von drei geschätzten Kolleginnen Abschied zu nehmen. Die stellvertretende Schulleiterin Marina Wiesner sowie Andrea Kuß wurden in den wohlverdienten Ruhestand verabschiedet. Außerdem verlässt Anja Kiesewetter das Gymnasium auf eigenen Wunsch und wechselt an eine Schule in Wohnortnähe.

Zur feierlichen Verabschiedung kamen neben dem Kollegium und Frau Zebe vom Staatlichen Schulamt Westthüringen auch zahlreiche ehemalige Kolleginnen und Kollegen. Unter den Gästen waren der ehemalige Schulleiter Dr. Kuchorz sowie sein damaliger Stellvertreter Herr Sommer.

Marina Wiesner – mehr als drei Jahrzehnte für das Gymnasium „Am Lindenberg“

Den Auftakt der Verabschiedungen bildete eine besonders bewegende Überraschung für Marina Wiesner. Noch vor der offiziellen Feierstunde versammelte sich die gesamte Schulgemeinschaft auf dem Schulhof, um sich von ihrer stellvertretenden Schulleiterin zu verabschieden. Musikalische Beiträge, Blumen, persönliche Worte und kleine Ansprachen sorgten für einen sehr emotionalen Moment und machten deutlich, wie groß die Wertschätzung für sie innerhalb der Schulgemeinschaft ist.

Nach mehr als vier Jahrzehnten im Schuldienst – davon über 30 Jahre Am Lindenberg – endet eine berufliche Laufbahn, die von großem Engagement, Gestaltungswillen und der Freude an der pädagogischen Arbeit geprägt war.

Geboren und aufgewachsen in Rathenow an der Havel, erfüllte sich Marina Wiesner bereits in der DDR ihren Wunsch, Lehrerin zu werden. Nach dem Studium der Pädagogik unterrichtete sie zunächst an einer Polytechnischen Oberschule in ihrer Heimatstadt. Sie zog später nach Thüringen – eine Entscheidung, die ihren weiteren beruflichen Weg entscheidend prägen sollte.

Nach der Wiedervereinigung übernahm sie bereits im Alter von 29 Jahren die Leitung der Regelschule in Altenfeld. Die Zeit des gesellschaftlichen und schulischen Umbruchs brachte zahlreiche Veränderungen mit sich: Schulstrukturen mussten neu aufgebaut, Konzepte entwickelt und viele Entscheidungen erstmals getroffen werden. Marina Wiesner nutzte diese Phase, um Schule aktiv mitzugestalten und neue Ideen einzubringen.

Eine besondere Herausforderung ergab sich Anfang der 1990er-Jahre während des Erweiterungsbaus des Gymnasiums „Am Lindenberg“. Auf ihre Initiative hin wurde in Altenfeld eine Außenstelle des Gymnasiums eingerichtet, die sie über mehrere Jahre leitete. So konnte der Unterricht für zahlreiche Schülerinnen und Schüler unter guten Bedingungen fortgeführt werden, bis das Schulgebäude in Ilmenau wieder vollständig genutzt werden konnte.

Seit 1995 gehörte Marina Wiesner zum Kollegium des Gymnasiums „Am Lindenberg“. Als Lehrerin für Deutsch und Religion begeisterte sie Generationen von Schülerinnen und Schülern für ihre Fächer. Sie engagierte sie sich weit über den Unterricht hinaus in der Lehrerfortbildung und der Schulentwicklung. Sie wirkte unter anderem an Programmen zur Unterrichtsentwicklung mit und beteiligte sich an der Ausbildung von Lehrkräften und Führungskräften. Auch die Einführung des Seminarfachs am Gymnasium „Am Lindenberg“, das als Pilotschule an diesem Projekt beteiligt war, begleitete sie engagiert.

Im Jahr 2020 übernahm Marina Wiesner die Aufgabe der stellvertretenden Schulleiterin. Mit ihrer langjährigen Erfahrung, ihrer Verlässlichkeit und ihrem offenen Ohr für Kollegium, Schülerinnen und Schüler sowie Eltern war sie eine geschätzte Ansprechpartnerin und prägte das Schulleben nachhaltig.

Nun kehrt sie in ihre Heimat Rathenow zurück – zurück an die Havel und damit auch an das Wasser, das sie während ihrer Jahre in Thüringen oft vermisst hat.

Andrea Kuß – engagierte Lehrerin und verlässliche Ansprechpartnerin

Nach 43 Jahren im Schuldienst verabschiedet sich auch Andrea Kuß in den Ruhestand. Vor ihrer Tätigkeit am Gymnasium „Am Lindenberg“ unterrichtete sie an der Goetheschule in Ilmenau. An unserer Schule war sie viele Jahre als Lehrerin für die Fächer Deutsch und Französisch tätig.

Neben ihrer Unterrichtsarbeit übernahm sie als Beratungslehrerin zahlreiche wichtige Aufgaben für die Schulgemeinschaft. Sie begleitete Schülerinnen und Schüler bei der Berufs- und Studienorientierung, koordinierte Förderpläne und war Ansprechpartnerin in der Zusammenarbeit mit Schulpsychologen sowie dem Mobilen Sozialpädagogischen Dienst. Mit ihrer Erfahrung, ihrer Ruhe und ihrer Hilfsbereitschaft war sie für viele Schülerinnen und Schüler, Eltern und Kolleginnen und Kollegen eine wichtige Anlaufstelle.

Besonders gern erinnert sich Andrea Kuß an die vielen Gespräche in der Kaffeestube, an den Wandel des Kollegiums über die Jahre und an die spannende Zeit der ersten Laptopklassen am Lindenberg-Gymnasium. Für die Unterstützung durch das Kollegium und die Schulleitung, die stets ein offenes Ohr für ihre Anliegen hatte, zeigte sie sich zum Abschied sehr dankbar. Ihren Kolleginnen und Kollegen wünscht sie für die Zukunft vor allem Gesundheit, viel Kraft und die notwendige Portion Gelassenheit.

Anja Kiesewetter – neue Wege in Wohnortnähe

Auch Anja Kiesewetter verabschiedet sich vom Gymnasium „Am Lindenberg“. Sie wechselt auf eigenen Wunsch an eine Schule in Wohnortnähe.

Während ihrer Zeit an unserer Schule unterrichtete sie vor allem Wirtschaft und Recht, darüber hinaus Biologie sowie MNT. Mit großem Engagement betreute sie außerdem das Schulaquarium.

Wir danken Anja Kiesewetter herzlich für die engagierte Arbeit und wünschen ihr an ihrer neuen Schule einen guten Start, viel Freude an neuen Aufgaben und alles Gute für die Zukunft.

Dank und gute Wünsche

Mit dem Abschied von Marina Wiesner, Andrea Kuß und Anja Kiesewetter verliert das Gymnasium „Am Lindenberg“ drei Kolleginnen, die das Schulleben auf ganz unterschiedliche Weise geprägt haben. Sie alle haben sich mit großem Engagement für unsere Schülerinnen und Schüler und für die Weiterentwicklung unserer Schule eingesetzt.

Die gesamte Schulgemeinschaft bedankt sich herzlich für die geleistete Arbeit und wünscht Marina Wiesner, Andrea Kuß und Anja Kiesewetter Gesundheit, Glück, viele schöne Erlebnisse und alles Gute für den neuen Lebensabschnitt.

Frau Sibylle Eger-Pfützner
Fachlehrerin für Kunsterziehung, Russisch, DG und MBI
Verantwortliche für Öffentlichkeitarbeit
Fachkonferenzleiterin Kunsterziehung und DG
Landesbeauftragte des Europäischen Wettbewerbs Thüringen
sibylle.eger-pfuetzner@schule.thueringen.de