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Zu Gast in Hillerød/Dänemark

Schüler der 10. und 11. Klassen zu Gast in Hillerød/Dänemark

Freundlich, hyggelig und einheitliches Schulsystem

 

Fangen wir mit dem Wichtigsten und Hans Christian Andersen, dem bedeutendsten Dichter und Schriftsteller Dänemarks, an: „Das wunderbarste Märchen ist das Leben selbst.“ Und so war es dann auch. Am 08.April starteten 27 Schüler und 2 Lehrer von Ilmenau nach Hillerød. Die meisten von ihnen ohne Dänemark-Erfahrungen und voller Zuversicht, dass alles gut wird. Denn immerhin sollten die deutschen Jugendlichen in dänischen Familien wohnen, bei einem dänischen Partner, den sie zuvor schon über Steckbrief und soziale Netzwerke kennen gelernt haben. Trotzdem war die Aufregung bei der Ankunft und dem ersten persönlichen Kontakt groß. Am Ende passte alles zusammen. Man redete viel, wurde von den Eltern sehr freundlich empfangen und fühlte sich sofort willkommen. Es wurde meist in Englisch kommuniziert, aber auch in Deutsch und etwas Dänisch. Alle sprachen sich mit DU an und sofort spürten alle Teilnehmer, dass das Leben in Dänemark ein wenig anders ist, als bei uns. Die Dänen bezeichnen das als hyggelig, damit ist nicht die flache Landschaft gemeint, sondern gemütlich leben und Zeit füreinander haben, schöne Dinge genießen und an einem Tisch zusammen kommen. Diese entspannte Atmosphäre durchzog dann auch die ganze Woche, obwohl die dänischen Lehrerinnen Lise und Benedikte ein volles Programm geplant hatten.

Dazu gehörten Unterricht in verschiedenen Fächern, das Kennenlernen der Schule, gemeinsame Aktivitäten und die Besichtigungen vieler Sehenswürdigkeiten. Nach Mathematik und Sport ging es gleich am Montag zum heimischen Schloss in Hillerød.

Das Wasserschloss Frederiksborg , welches das größte und bedeutendste Bauwerk der nordischen Renaissance ist und heute das Dänische Nationalhistorische Museum beherbergt, war sehr beeindruckend. Sonne und viel Wind begleiteten uns nach einem interessanten Deutschunterricht und der Schulversammlung an die Küste der Insel Seeland. Im Sommer gibt es hier zahlreiche Touristen, aber im April gehörte dieser Landstrich ganz alleine uns.

Der Mittwoch stand  im Zeichen der Hauptstadt Kopenhagen. Während einer Stadtralley konnten sich die Schüler nur einen kleinen Eindruck über die Angebote dieser Metropole verschaffen, aber der Geist des Königshauses und des dänischen Nationalstolzes waren überall zu spüren. Am Nachmittag besuchten die Schüler den Tivoli, den zweitältesten Vergnügungspark der Welt. Seit seiner Eröffnung im Jahre 1843 erleben die Menschen hier eine Mischung aus Fahrgeschäften, Attraktionen, Grünanlagen, Springbrunnen und Restaurants. Manchmal gehört schon ein bisschen Mut dazu, sich auf die rasanten Fahrten einzulassen. Der Besuch gestaltete sich für alle zu einem unvergesslichen und spaßigen Erlebnis!

Der letzte Tag in Hillerød startete mit einem deutsch–dänischen Austausches. Dabei standen Fragen zum Alltag, zu typischen Verhaltensweisen, Essen und Trinken, Sehenswürdigkeiten im Fokus. Am Nachmittag besichtigte die deutsche Gruppe Roskilde. Im Dom zu Roskilde befinden sich die letzten Ruhestätten der dänischen Könige und Königinnen. Auch der Sarg der jetzigen Königin Margrethe II. konnte bereits besichtigt werden. Dass Dänemark das historische und geistige zuhause der Wikinger ist, konnten die Mädchen und Jungen im Wikingerschiffsmuseum erfahren. Mit viel Stolz zeigen die Dänen Funde von Schiffen aus vergangener Zeit.

Den Abend verbrachten alle Schüler gemeinsam mit lustigen Spielen und leckerem Essen.

Die Gymnasiasten aus Ilmenau traten am Freitag, den 13. die Heimreise mit vielen schönen Erlebnissen und Erkenntnissen an. Beeindruckt waren sie vor allem vom Schulalltag und der Ausgestaltung des Frederiksborg Gymnasiums in Hillerød. 1400 Schüler lernen hier, 140 Lehrer gestalten den Unterricht, es gibt zahlreiche technische Kräfte, die den Schulalltag so angenehm wie möglich machen. Tradition trifft auf modernste Technik, offene Unterrichtformen und Projekte wechseln mit frontalen Stunden, Blockunterricht, Gruppenarbeitsplätze, eine Kulturhalle und vieles mehr bieten sehr gute Lernbedingungen für die 16-19 jährigen Jugendlichen. Nach dem Studentereksamen (Abitur) stehen ihnen alle Wege offen. Viele gemeinsame Schulveranstaltungen werden von den Schülern gestaltet und gerne angenommen.

Aber auch dem Land und seinen Menschen sind die Ilmenauer Schüler näher gekommen. Vielleicht noch nicht nah genug, denn viele der Lindenberger Zehnt-und Elftklässler wünschen sich noch mehr Aktivitäten, bei denen die dänischen und deutschen Schüler austauschen und kommunizieren. Daran arbeiten sie eifrig und haben jetzt schon Ideen für den August, wenn die Mädchen und Jungen aus Hillerød nach Thüringen kommen.

Wir möchten uns ganz herzlich bei allen dänischen Gastgebern und den Lehrern für eine sehr schöne und intensive Woche bedanken. Unser Dank geht aber auch an die Schüler unseres Gymnasiums, die ihre Schule würdig vertreten haben und sich stets als junge Erwachsene mit Verantwortungsbewusstsein und Engagement gezeigt haben sowie ihren Eltern für die Unterstützung dieses Projektes.

Besonders freuen wir uns auf die weitere Zusammenarbeit zwischen unseren beiden Gymnasien. Sie wird auch weiterhin ein wichtiger Bestandteil unserer vielfältigen europäischen Arbeit sein.

Hans Christian Andersen schrieb „Mein Leben ist ein hübsches Märchen, so reich und glücklich.“ Wir sind uns sicher, dass seine Äußerung auch für diese Schülerbegegnung zutrifft. Für alle Beteiligten brachte sie reiche Erfahrungen und ein ganzes Stück vom Hygge des Nordens!

 

Conni Sperling

Stephan Gerhardt

(Lehrer Gymnasium "Am Lindenberg" Ilmenau)