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Reportage Projekt „Kunst in Europa“

Line Gastinger, Luca Baumgärtner, Meike Huck

18. Dezember 2018

Pouring im Atrium

Gegen zehn Uhr betraten wir das lichtdurchflutete Atrium im zweiten Stock des Gymnasiums „Am Lindenberg“ und fanden dort die Gruppe „Kunst in Europa“ vor. Eine lange Tafel aus mehreren Tischen durchzog die Mitte des Raums und vereinzelte Schüler sammelten sich tief über Skizzen und Farbkleckse gebeugt um die Bänke. Wir begannen als erstes, Frau Macholdt, Kunstlehrerin und Leiterin des Projektes, zum Inhalt der Aufgaben zu befragen. „Die Schüler sollen die Chance bekommen, wie in einer kleinen Werkstatt zu arbeiten und dabei verschiedene Techniken ausprobieren zu können.“ Weiterhin erklärte sie uns einen neuen künstlerischen Trend, der Pouring genannt wird. Die Schüler selbst, verteilt zwischen Plastikbechern, die mit den verschiedensten Farben gefüllt waren, waren gerade dabei, diese neue Technik auszuprobieren. Der Malstil besteht darin, verschiedene Acrylfarben auf eine Holzplatte zu kippen, um diese anschließend, drehend und wendend, zum Verlaufen zu bringen. Keiner kann also das Ergebnis des eigenen Werkes vorhersehen. Gerade diese Ungewissheit steigert den Reiz des Vorgehens. Andere Jugendliche waren bereits dabei, Skizzen anzufertigen. Hier stand der Fokus auf Europa, worauf auch der Titel des Projektes hinweist. Eifeltürme, Brücken aus Budapest oder berühmte europäische Gemälde, wie die „Sternennacht“ von Van Gogh oder „Der  Schrei“ von Edvard Munch, wurden nachgestellt.

Die Atmosphäre im gläsernen Atrium war von Anfang an auffallend locker, ruhig, konzentriert und entspannt. Die Musik im Hintergrund erlaubte den Schülern eine konzentrierte und trotzdem aufgelockerte Arbeit. Sie selbst versicherten uns, dass es ein sehr angenehmes Projekt sei, weil man viel Freiraum habe, eigene Ideen zu verwirklichen. Die Aufgeschlossenheit der Schüler war schnell zu spüren, besonders als sich ein Schüler der 9. Klasse sofort dazu bereit erklärte, interviewt zu werden. Aber auch ältere Teenager, wie Lenny und Moritz aus der Klassenstufe 11 merkten an, dass die Kreativität und Lockerheit des Projektes eine große Bereicherung sei und die Umgebung das Thema gut einbettet.