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Ein Haus für die Kohlmeise

-ein Artikel von Alida Junghans, Jasmin Scherge, Jonas Dietz und Martin Kapp-

7:45 Uhr, der Schlüssel von Frau Kohl dreht sich im Schloss des Raumes 508 des Gymnasiums "Am Lindenberg". Mit den Schülern und Schülerinnen der 6. Klasse betreten wir vorfreudig den Hörsaal, in dem uns einige an die Wand gemalte Kücken des Jahrgangs 2008 empfangen. Noch während wir Platz nehmen, beginnt Frau Kohl, den geplanten Tagesablauf ihres Projektes "Naturschutz in Mitteleuropa" zu erläutern. Nachdem dies geschehen ist, stellen wir uns vor und lassen die Schüler Fragen über uns stellen. Anschließend begeben wir uns gemeinsam auf den Weg ins Schülerfreizeitzentrum. Auf dem Weg dorthin unterhalten sich die Jungen und Mädchen, Vogelgezwitscher durchdringt die kühle Dezemberluft.

Nachdem wir die Stadt durchquert haben, betreten wir das Ilmenauer Naturschutzgebiet. Frau Kohl erzählt uns, dass es ihr wichtig ist, den jungen Projektteilnehmern dieses zu zeigen, um die Wichtigkeit der unberührten Natur zu unterstreichen. Um den Schülern praktischen Naturschutz und die Wichtigkeit von Insekten nahezubringen, wählte sie dieses Projekt.

Als wir an dem barackenähnlichen Gebäude ankommen, welches das Zentrum des Projektes darstellt, fallen uns sofort der markante, jedoch nicht unangenehme Geruch nach Waldtieren und die weihnachtliche Dekoration in den Gängen auf. Als wir in den ersten Raum blicken, entdecken wir Äpfel, einige Backzutaten und einen Karton voll Kinderpunsch. Wir erfahren, dass die Kinder heute backen dürfen, nachdem die Mädchen Schilder für die Beete des Schülergartens getöpfert und die Jungen an ihren Vogelhäuschen und einem 1,20 Meter großen Insektenhotel weitergearbeitet haben. Mit diesen Arbeiten hatten die Kinder bereits am vorigen Tag begonnen, am Mittwoch sollen sie fertiggestellt werden. Am Donnerstag dürfen die jungen Schüler Plakate basteln, auf denen ihr Projekt erklärt wird.

Zehn Minuten nach unsere Ankunft kommt Unterstützung aus der 12. Klasse. Die vier Jungen machen sich auf den Weg nach draußen, um Vorbereitungen für das heutige Programm zu treffen. Als wir in den Raum gehen, in dem die Mädchen sich kreativ beweisen, stechen uns Unmengen an Bastelmaterialien ins Auge, darunter auch Dinge aus der Natur wie Kiefernzapfen und getrocknete Blätter. Es riecht nach Holz, Heißkleber und Ton, welchen die Schülerinnen lautstark auf den Tisch schlagen, um die Luft aus ihm herauszubekommen. Im Hintergrund läuft das Radio. Frau Sperlich, welche die vier Mädchen aus Frau Kohls Projekt gerade beaufsichtigt, hackt Schmalz für das Vogelfutter, welches Herr Hartung auf dem Gang in einer silbernen Schale zubereitet.

Eines der Mädchen, Maria Krasnova, erklärt sich sofort dazu bereit, uns einige Fragen zu dem Projekt zu beantworten. Sie erzählt uns, dass sie sich in dieses Projekt einwählte, weil sie die Natur sehr gerne mag und es hasst, wenn Menschen unachtsam mit der Umwelt umgehen. Sie findet ihr Projekt sehr einzigartig, da die Jungs sich handwerklich austoben können und die Mädchen die Bastelstube unsicher machen dürfen. Außerdem sagt sie, dass sie Frau Kohl sehr dafür bewundert, dass sie alles so gut organisiert hat. Als wir gerade zu den Jungs schauen wollen, trifft eine weitere Gruppe junger Schüler ein, diesmal sind es jedoch die 3. und 4. Klassen der Langewiesener Grundschule. Sie gesellen sich zu den Kindern, welche bereits vor Ort sind, und helfen ihnen bei ihren Arbeiten. Draußen arbeiten die Jungen an den Vogelhäusern und dem Insektenhotel, dabei benutzen sie eine Skizze. In der Luft liegt der Geruch von Sägespänen. Alle unterhalten sich angeregt und arbeiten mit Schleifpapier sowie Werkzeugen wie Bohrmaschinen, wodurch eine sehr laute Geräuschkulisse entsteht. Auch unser Teammitglied, Jonas, wird mit integriert. Er darf mitbohren und hält die einzelnen Bretter für die Jungs, damit sie diese bearbeiten können. Anschließend begeben sie sich ins "Grüne Klassenzimmer", in welchem sich ausgestopfte Tiere befinden, um dort weiter zu schleifen. Frau Kohl gibt ihnen dabei Hinweise, wie sie am effektivsten arbeiten können. Als wir fertig sind mit unseren Recherchen, verabschieden wir uns bei der Truppe und machen uns auf den Rückweg zur Schule.